Beitragsrückerstattung bei Unfallversicherung normal?

Dieses Thema im Forum "Unfallversicherung" wurde erstellt von Dashboarder, 28.06.2011.

  1. #1 Dashboarder, 28.06.2011
    Dashboarder

    Dashboarder Gast

    Mein Berater hat mir eine Unfallversicherung angeboten und da hab ich gelesen das die Versicherung Beiträge rückerstattet wenn man sie nicht in Anspruch nimmt. Ist das denn normal für eine Unfallversicherung?
     
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  3. #2 Thomas Vetter, 30.07.2011
    Thomas Vetter

    Thomas Vetter Erfahrener Benutzer

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    Hallo Dashboarder,

    da handelt es sich scheinbar um eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr (UBR). Bei dieser Art der Unfallversicherung sind i.d.R. die Beiträge höher als bei einer herkömmlichen Risiko-Unfallversicherung.

    Die UBR funktioniert in etwa so: Neben dem Risikobeitrag für die Absicherung des Unfallrisikos wird zusätzlich ein Sparbeitrag berechnet. Dieser Sparbeitrag wird angelegt und verzinst (mit Überschüssen). Am Ende der Laufzeit wird der Sparbeitrag inkl. Überschüsse ausbezahlt. Allerdings sollte das unabhängig davon sein, ob zuvor Leistungen aus der Unfallversicherung bezogen wurden oder nicht. Wie rentabel eine UBR ist, hängt einzig und allein davon ab, wieviel Überschüsse die Gesellschaft erzielt.

    Gruß
    Thomas
     
  4. #3 Karamellbonbon, 30.07.2011
    Karamellbonbon

    Karamellbonbon Gast

    Wie kann man denn in Erfahrung bringen wieviel Überschüsse diese Gesellschaft bringt? Hab mir vor kurzen auch so eine Unfallversicherung überlegt. Ist ja nie schlecht wenn man wieder was rausbekommt.
     
  5. #4 Thomas Vetter, 30.07.2011
    Thomas Vetter

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    Hallo,

    man kann immer nur sehen, wieviel Überschüsse die Gesellschaft in der Vergangenheit machte und wie hoch die Überschussbeteiligung aktuell ist. Wie die Überschüsse sich in Zukunft entwickeln, dafür gibt es keine Garantie.

    Wenn wir schon beim Thema UBR sind, sollte man sich auch fairer halber die Alternative dazu ansehen: Eine Risikounfallversicherung (wo der Beitrag geringer ist) abschließen und den Differenzbeitrag anderweitig anlegen (Sparplan, Rentenversicherung etc.) Dann diese Ablaufleistung mit der Ablaufleistung aus der UBR vergleichen. Gleiche Laufzeit natürlich vorausgesetzt. Will man auf Nummer sicher gehen, vergleicht man nur die garantierten Ablaufleistungen miteinander. Wenn schon Hochrechnungen verglichen werden sollen, dann nur die durchschnittlichen Überschüsse, die tatsächlich in der Vergangenheit erzielt wurden, vergleichen. Keinesfalls so utopische Hochrechnung mit 8 oder 12 % jährlichen Überschüssen annehmen. Das mag zwar mal in dem einen oder anderen Jahr realistisch sein, aber auf die Dauer von sagen wir 20 oder 30 Jahren?

    Gruß
    Thomas
     
  6. #5 Karamellbonbon, 30.07.2011
    Karamellbonbon

    Karamellbonbon Gast

    Ok, da ist was dran. Also erstmal ein wenig rechnen bevor man abschliesst ;) Danke dir schonmal.
     
  7. #6 winterlich, 02.08.2011
    winterlich

    winterlich Gesperrt

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    hallo thomas,

    dazu mal eine frage von mir:

    ist es denn prinzipiell sinnvoll zu der gesetzlichen rentenversicherung auch nochmal eine private abzuschliessen. macht es sinn und wenn ja, welchen vorteil hat das denn? ich muss ja dann jeden monat nochmal mehr investieren, um dann in meinen alten jahren etwas mehr raus zu bekommen? für mich ist das irgendwie alles geld verbrennen. vielleicht blicke ich da auch einfach nicht so ganz durch. freue mich auf hilfe.

    lg
     
  8. #7 Unregistriert, 02.08.2011
    Unregistriert

    Unregistriert Gast

    bin zwar nicht thomas aber sinn macht es allemal find ich. du musst ja bedenken, das die rente letztendlich nie ganz angepasst wird. im alter wird dann ein teil des geldes fehlen und man müsste womöglich zum amt. das will man ja mit der privaten vorsorge verhindern.

    aber der thomas kann mich da sicherlich korrigieren wenn was falsch ist ;)
     
  9. #8 Thomas Vetter, 03.08.2011
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    Hallo winterlich,

    die gesetzliche rentenversicherung hat zwar nichts mit einer unfallversicherung mit beitragsrückgewähr zu tun, worum es in diesem beitrag eigentlich geht, aber will mal nicht so sein ;)

    die gesetzliche rentenversicherung (grv) ist nach dem umlageverfahren aufgebaut. das heißt, beiträge die jetzt von der arbeitenden bevölkerung und damit den jetzigen beitragszahlern geleistet werden, gehen direkt an die jetzigen leistungsempfänger, sprich rentner.

    die private rentenversicherung (private altersvorsorge) funktioniert nach dem kapitaldeckungsprinzip. das bedeutet: die beiträge die der versicherte jetzt einzahlt, werden angelegt und verzinst. am ende der laufzeit erhält der jetzige beitragszahler auch wieder seine eigene leistung zurück. nicht die jetzigen leistungsempfänger.

    das ist schon mal ein wesentlicher unterschied und vorteil, der für eine private vorsorge spricht. während die rendite bei der grv gegen null tendiert (umlageverfahren), erhält der versicherte in der privaten rentenversicherung in jedem fall eine garantieverzinsung (derzeit 2,25 %) plus anfallende überschüsse.

    ich will das noch etwas deutlicher darstellen:
    die höhe der zu erwartenden rente in der grv richtet sich nach den persönlichen entgeldpunkten(ep) die bis rentenbezug angesammelt wurden. gehen wir von dem so viel zitierten eckrentner aus (eckrenter verdient 45 jahre lang immer exakt den durchschnitt aller versicherungspflichtigen). der eckrentner erhält also jedes jahr 1 ep, macht in der summe 45 ep. so und die 45 ep multipliziert man jetzt mit dem aktuellen rentenwert von 27,20 Euro. damit kommt man auf eine monatliche rente von 1.224,- Euro. dazu ist anzumerken, dass es diesen eckrentner nur in der theorie gibt. die meisten sammeln in ihrem berufsleben weniger ep an und wer mehr ansammelt, hat dann die jahre über auch wesentlich mehr verdient und einen entsprechenden lebensstandart.

    schauen wir uns die private altersvorsorge an:
    jetzt nehmen wir den gleichen kanditaten vom obigen beispiel und unterstellen, dass er (nur theoretisch) statt in die grv seine beiträge in eine kapitalgedeckte altersvorsorge investiert hätte. dazu brauchen wir erstmal die beitragshöhe. durchschnittsverdienst 2009 war 30.506,- Euro p.a. = 2.542,- Euro pro monat (durchschnittseinkommen 2010 und 2011 steht noch nicht endgültig fest). rentenversicherungsbeitrag sind 19,9 %. natürlich muss hier auch der arbeitgeberanteil mitgerechnet werden, der fliesst schließlich auch in die grv. ergibt also einen monatlichen beitrag von 1.011,- Euro. Sagen wir 1.000 euro beitrag im monat.

    so und jetzt legen wir 45 jahre lang jeden monat 1.000 euro in eine private rentenversicherung an...sekunde muss mal schnell meinen vergleichsrechner anschmeissen ;) .........................................................................................................

    kommt raus eine monatliche rente zwischen 2.500 und 3.000 Euro, garantiert!!! dazu kommen noch die überschüsse, dann sind wir gut beim doppelten.

    das macht den unterschied zur grv viellicht noch etwas deutlicher. ob es sinn macht zur grv auch noch privat was zu machen? dazu eine gegenfrage. kann man es sich im alter leisten sich nur auf die grv zu verlassen?

    gruß
    thomas
     
  10. #9 Unregistriert, 03.08.2011
    Unregistriert

    Unregistriert Gast

    wow, das ist mal ausführlich. und geschrieben das es auch normaldenkende menschen versteht.

    +1

    :D
     
  11. #10 De Nada, 04.08.2011
    De Nada

    De Nada Gast

    Ja, finde auch das er es richtig gut erklärt hat. Von mir ein Danke Schön.
     
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  13. #11 Dashboarder, 01.09.2011
    Dashboarder

    Dashboarder Gast

    Ja, ein wirklich sehr guter Beitrag. Danke hierfür.
     
  14. #12 Thomas Vetter, 06.09.2011
    Thomas Vetter

    Thomas Vetter Erfahrener Benutzer

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