Drohende Inflation ?

Dieses Thema im Forum "Übrige Finanzthemen" wurde erstellt von Melly, 29.12.2011.

  1. Melly

    Melly Gast

    Hallo Zusammen,

    gestern Abend habe ich mit einigen Kollegen über die wirtschaftliche Situation Deutschlands geredet und hatten eine kleine Diskussion.

    Grund dafür war die drohende Inflation in ganz Europa.

    Dabei sind folgende Argumente gefallen:

    Die Geldnemnge ändert sich nicht, jedoch steigen di eSchulden bis zum geht nicht mehr...
    Notenbanken können Kredite mit fast Nullzins zur Verfügung stellen so viel sie wollen.

    Es wird NICHT zu Inflation führen. Das einzige was noch gemacht wird ist alte Kredite die zurückgezahlt werden
    müssen durch neue Kredite zu ersetzen. Deshalb vermehrt sich die Geldmenge nicht.

    Das heisst also, das durch die standhafte Geldmenge es ja auch garnicht zu einer Inflation kommen kann.

    Auch wenn die Kreidte nicht abbezahlt werden, kann es ja nicht zu einer Inflation kommen da die Schulden durch neue Kredite immer ausgeglichen werden.

    Wie beurteilt ihr diese Aussage ?

    Glaubt ihr das es doch noch zu einer Inflation kommen kann?

    Danke!

    Melly
     
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  3. #2 hamasor, 03.01.2012
    hamasor

    hamasor Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    18.09.2011
    Beiträge:
    380
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,

    eine reguläre Inflation ist nach den Prinzipien der Balance zwischen Angebot und Nachfrage zu ermitteln bzw. festzustellen. Folgender Fallbeispiel soll die Sache ein wenig erläutern:

    In einem Dorf leben 100 Menschen.

    50 Personen produzieren 1000 Kg Bananen.

    100 Personen aber verbrauchen die erzeugten Bananen.

    Jede Person verbraucht im Jahr 10 Kg (Durchschnittlich) Der Preis pro Kg Banane beträgt 1 Euro.

    Das Dorf hat eine BIP von 1000,00€.

    Demnach produziert jeder Einwohner 20.00Kg Bananen.

    Da haben wir einen ausgeglichenen Angebot-Nachfragekosntellation.

    Nun aber passiert folgendes.

    Eine Person von den produzierenden fällt aus und produziert keine Bananen mehr.

    Es gibt auch keinen Ersatz für diese Person.

    Die Person ist nicht gestorben, lebt weiterhin und isst auch Bananen.

    Jetzt haben wir 980,00KG Bananenproduktion.

    Aber noch weiterhin 100 Personen die Bananen verbrauchen.

    Jetzt haben wir pro Person keine 10 Kg mehr.

    Jeder bekommt 9,80 KG Bananen.

    Wenn der Preis noch stabil bei einem Euro bleibt, haben die Bewohner 20,00€ mehr Geld in der Tasche.

    Sie gehen und kaufen für dieses Geld andere Sachen.

    Die Bananen Produktion fällt im nächsten Jahr um weitere 50,00 Kg wegen schlechte Ernte und Ausfall weiterer Personen.

    Jetzt hat jeder Einwohner 9,50 KG an Bananen.

    Der Preis ist etwa konstant geblieben.

    Aber im Jahr danach kommen zehn Person in das Dorf und diese wollen auch Bananen essen.

    Sie bringen auch Geld mit.

    Die Bananen Produktion geht aber runter auf 900 KG im Jahr zurück.

    Wir haben 110 Person aber nur 900,00 KG Bananen.

    Da wir oben vorausgesetzt haben, dass jeder Einwohner etwa 10.00 KG Banane pro Jahr ist, wird sich bei der neuen Situation diese Unterstellung nicht mehr geben.

    900 KG Bananen /110 Personen ergibt eine Verteilung von 8,18 KG Bananen / Pro Person.

    Das Angebot ist geschrumpft aber die Nachfrage ist gestiegen.

    Jetzt kommt es dazu, dass diejenigen, die mehr Geld haben aber nicht genügend Bananen auf dem Markt bekommen, werden durch ihren erhöhten Kaufkraft die Preise der Bananen anheben.

    Sie werden halt für eine KG Banane nicht mehr 1 Euro, sondern 1,10€ zahlen.

    Jetzt haben wir eine Preissteigerung von 10%.

    Die Produzenten werden zwar 10 Cent pro Kg Banane mehr einnehmen aber sie werden das Geld auch für andere Dinge ausgeben müssen und sie werden dann auf diese Art eine Preissteigerung verursachen.

    In diesem Fall sprich man von einer Inflation von 10%.

    Aber in der heutigen Martklage gibt es keine Engspässe im Bereich des Angebots.

    Im Gegenteil, die Märkte sind durch die Produkte regelrecht überschwemmt worden.

    Vor allem China hat Unmengen an Überschüsse geschaffen und diese Überproduktion hat die europäischen Märkte regelrecht gesättigt.

    Eine Verknappung der Güter kann es derzeit nicht geben.


    Eine Inflation kann es eigentlich theoretisch nicht geben, wenn die Märkte weiterhin so offen bleiben und die Ein- und Ausfuhren nicht durch Sonderzölle eingeschränkt werden.

    Also, eine Inflation dieser Art kann es nicht geben.

    Die Einzige Gefahr besteht darin, dass die Nationalbanken der Großen Industriestaaten den Markt mit Geld überfluten.

    Dazu sollte es aber auch nicht kommen, Schließlich leiden die eigenen Wirtschaften dieser Staaten erheblich mehr.

    Gruß
     
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