Was ist der Unterschied zwischen Zwangsverwaltung und Zwangsversteigerung?

Dieses Thema im Forum "Finanz Notes Cafe" wurde erstellt von Gast, 22.01.2012.

  1. Gast

    Gast Gast

    Hallo,

    ich habe bis vor kurzem meine Bankraten alle pünktlich gezahlt.

    Aufgrund finanzielle Schwierigkeiten konnte ich in letzter Zeit meine Bankraten für mein Haus nicht pünktlich bezahlen.

    Jetzt droht mir die Bank mit der Zwangsverwaltung meines Hauses. Ich habe ein Mehrfamilienhaus mit mehreren Wohnungen.

    In einer der Wohnungen wohne ich selber und zahle auch keine Miete.

    Aber die Miete der anderen Wohnungen habe ich in letzter Zeit einkassiert und die Raten aber nicht bezahlt.

    Die Bank verlangt, dass ich die Raten zahlen soll, ansonsten werde sie ihr Recht auf Zwangsverwaltung umsetzen.

    Ich habe von Bekannten gehört, dass meine Wohnung zwangsversteigert werde. Was heißt das jetzt?

    Meine Frage an die Runde:

    Was ist der Unterschied zwischen Zwangsverwaltung und Zwangsversteigerung?


    Was hat nun meine Bank mit meinem Haus vor? Wird das Haus im Wege der Zwangsversteigerung verkauft?


    Ich habe lediglich 190.000€ Schulden an die Bank. Aber mein Haus ist mindestens 400.000€.

    Kann die Bank einfach so mein Haus verkaufen? Was kann ich dagegen unternehmen?

    Bitte Helft mir. Sonst verliere ich mein Haus.

    Vielen Dank im Voraus
     
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  3. Keller

    Keller Erfahrener Benutzer

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    Hallo, lieber Gast

    du hast ein Kredit für die Finanzierung deines Hauses von einer Bank erhalten.

    Im Gegensatz dazu hast der Bank die Rechte über deine Immobilie, im Falle des Ausbleibens der vereinbarten Ratenzahlung, im Form einer Grundschuld, erteilt.

    D.h., wenn du deine Raten nicht rechtzeitig zahlst und dies nicht ein Mal oder zwei Mal, sondern wenn daraus der Regelfall wird, sieht deine Bank deine Lage Ausweglos und nimmt deine Immobilie unter Zwangsverwaltung.

    Es wird ein zugelassener Zwangsverwalter ernannt, der ab dann für deine Immobilie zuständig ist.

    Du hast dann fast keine Verfügung mehr über die Immobilie.

    Die Mieten und Ausgaben für das Haus wird vom Zwangsverwalter verwaltet. Der Zwangsverwalter bekommt dafür Gelder für seine Tätigkeit.

    Der Bank entstehen Kosten.

    All diese Kosten gehen zu Lasten der Immobilie bzw. von dir.

    Diese Kosten sind sehr groß Ich an deiner Stelle würde versuchen diesen Zustand sobald wie möglich ein Ende setzen, in dem ich der Bank anbiete die Raten und die bereits entstandenen Kosten zu erstatten.

    Falls dieser Zustand nicht erreicht wird, kommt die Bank auf dich zu und macht dir einen Vorschlag um die Immobilie auf dem freien Markt zu verkaufen.

    Du kannst mit der Bank mitspielen und dich auf einen Verkauf seitens der Bank einlassen.

    Du kannst aber auch selber versuchen die Immobilie zu verkaufen.

    Der Preis muss sowohl von dir als auch von der Bank gesegnet werden.

    Durch den Verkaufserlös müssen mindestens die Gesamtforderungen der Bank getilgt werden.

    Darüber hinaus soll auch etwas für dich übrig bleiben.

    Falls aber ein Verkauf nicht zustande kommt, sieht sich die Bank gezwungen dein Objekt zur Zwangsversteigerung bei dem zuständigen Amtsgericht freizugeben.

    Die Bank trägt im Grundbuch das Vermerk der Zwangsversteigerung und dann ist alles abgelaufen.

    Es wird ein Gutachten erstellt und dann wird versucht das Objekt im ersten Termin für den ermittelten Wert zu versteigern.

    Falls jemand es ersteigert, dann werden die Forderungen der Bank, die Kosten des Gerichtes vom erlös abgezogen und der Rest es Erlöses gehört dir.

    Was nicht viel sein wird.

    Es kann ja vorkommen, dass im ersten Termin keine Versteigerung stattfindet.

    Dann wird ein zweiter Termin festgelegt.

    Währenddessen steigen die Kosten des Gerichtes und des Zwangsverwalters.

    Die Immobilie verkommt, weil der Zwangsverwalter sich nicht um das Objekt kümmert.

    Leerstand wird nicht behoben, weil die mit Mehrarbeit für den Verwalter bedeutet und diese Mehrarbeit nicht vergütet wird.

    Das Gericht kann mit der Zustimmung der Bank die 70% und 50% Wertmarken fallen lassen, so dass die Immobilie unter Umständen für weniger als 50% des Verkehrswertes ersteigert wird.

    Sprich ganz offen mit deiner Bank über deine Situation und vielleicht kommt man zu einer für beiden Seiten einvernehmliche Lösung

    Auch die Bank hat nicht von einer Zwangsverwaltung bzw. Zwangsversteigerung.



    Gruß
     
  4. FINO

    FINO Erfahrener Benutzer

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    187
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    Hallo Keller,

    super hast du es erklärt. Jeder müsste jetzt wissen, was eine Zwangsverwaltung und eine Zwangsversteigerung ist.

    Bist du Jurist oder was machst du beruflich?

    Schreib weiter so.

    Wir alle profitieren davon.

    Danke und Gruß
     
Thema: Was ist der Unterschied zwischen Zwangsverwaltung und Zwangsversteigerung?
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