Wie lange sollte man die Zinsbindung festschreiben lassen?

Dieses Thema im Forum "Rund um Baufinanzierung" wurde erstellt von Gast, 04.02.2013.

  1. Gast

    Gast Gast

    Hallo,

    ich möchte mir ein Haus kaufen und 80% des Geldes von der Bank finanzieren lassen. die Bank hat mir für 10 Jahre festverbinliche Vereinbarung einen Zinssatz von 2,95% angeboten. Bei 15 Jahren würde der Zinssatz 3,25% betragen. Bei 20 Jahre 3,55%. Was soll ich nehmen? Günstiger können ja die Zinsen nicht mehr werden? Oder doch? Sind die Zinsen derzeit wirklich am niedrigsten? In Japan sollen die Bauzinsen seit 20 Jahren unter 2% liegen. Könnte dies auch bei uns der Fall sein? Sollte dich doch zunächst auf 10 Jahre fest vereinbaren?

    Was schlägt Ihr mir vor? Wie macht Ihr es?

    H. Werner
     
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  3. Korman

    Korman Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    viele Menschen haben Angst vor Schulden. Diese Angst ist eigentlich berechtigt. Beim kauf von Immobilien sollte man ein wenig Logik einschalten und die Angst hemmen. Beim Kauf einer Immobilie und bei einer Fremdfinanzierung spielen andere Aspekte bei der Verschuldung. Wenn ich mir ein Kredit aufnehme um mir ein teures Auto zu finanzieren, das sollte man vorsichtig sein.

    Denn das Auto wird zunehmend alt und bringt auch keine Erträge ein.

    Anders als bei einer Immobilie. Hier kann man mit einem Wertzuwachs rechnen. daher sollte man sich keine Sorgen um die schulden machen.

    Ich schlage eine Zinsbindung, bei der jetzigen sehr günstigen Zinslage, von mindestens 15 oder besser 20 Jahren vor!1!

    Gruß
    Korman
     
  4. #3 GeorgPuetz, 11.02.2013
    GeorgPuetz

    GeorgPuetz Erfahrener Benutzer

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    Die Zinsen können sich in alle Richtungen entwickeln. NICHTS ist unmöglich. Ob kurze oder lange Zinsbindung - alles hat Vor- und Nachteile. Manche Vor-/Nachteile kann man heute bereits abschätzen, andere werden sich im Laufe der Zeit ergeben.

    Aktuell sehe ich keinen Grund, warum sich die Zinsen deutlich erhöhen sollten. Die wirtschaftliche Entwicklung steuert derzeit fast schon auf eine Deflation zu, da wären steigende Zinsen Gift.

    Von einem generellen Wertzuwachs bei Immobilien auszugehen dürfte ein großer Fehler sein. Es gibt unzählige Beispiele, in denen das nicht der Fall ist. Wertzuwächse erzielt man vor allem in und um Ballungsräume. Auf dem platten Land gab es in den letzten 10 Jahren reale Wertverluste. In meiner Gegend haben ETW's rund 20% verloren, freistehende EFH bis zu 10%. Bei Zwangsversteigerungen gehen Immobilien zur Hälfte des Verkehrswertes über den Tresen. In der Vermietung fährt man vielleicht 1 bis 2 Prozent Rendite ein - aber nur, wenn alles super gut läuft und man nicht auf Mietnomaden trifft. Vorher hat man Leerstand, weil es kaum Mietnachfrage gibt.

    Und wenn ich jetzt mal nach Ostdeutschland schaue, da ist gebietsweise vollkommen tote Hose. In einzelnen Metropolen geht noch was, die Fläche blutet komplett aus. Die Infrastuktur kann nicht mehr aufrecht erhalten werden. Immobilien werden wie auf einem Basar versteigert, für ein paar tausend Euro. Ein imenser Wertverlust.

    Kurzum: Wenn Sie nicht in bzw. im Einzugsgebiet eines Ballungsraumes Ihr Haus bauen/kaufen, würde ich nicht mit Wertsteigerungen kalkulieren. Recherchieren Sie doch mal die Mikro- und Makroökonomischen Rahmenbedingungen für Ihre Gegegend. Das könnte durchaus gute Hinweise auf die zukünfige wirtschaftliche Entwicklung geben. Ist die gut, dann haben Sie eine Chance, dass Ihre Immobilie keinen Wertverlust erleidet.

    Oder betrachten Sie den Kauf/Bau Ihrer Immobilie als Investition. Und versuchen Sie mal für verschiedene Szenarien unter Abwägung der Risiken eines Immobilienbesitzes eine Rendite zu ermitteln. Vielleicht wäre es lohnender, sich ein Haus zu mieten?!?!
     
  5. #4 GeorgPuetz, 11.02.2013
    Zuletzt bearbeitet: 11.02.2013
    GeorgPuetz

    GeorgPuetz Erfahrener Benutzer

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    Die Zinsen können sich in alle Richtungen entwickeln. NICHTS ist unmöglich. Ob kurze oder lange Zinsbindung - alles hat Vor- und Nachteile. Manche Vor-/Nachteile kann man heute bereits abschätzen, andere werden sich im Laufe der Zeit ergeben.

    Aktuell sehe ich keinen Grund, warum sich die Zinsen deutlich erhöhen sollten. Die wirtschaftliche Entwicklung steuert derzeit fast schon auf eine Deflation zu, da wären steigende Zinsen Gift.

    Von einem generellen Wertzuwachs bei Immobilien auszugehen dürfte ein großer Fehler sein. Es gibt unzählige Beispiele, in denen das nicht der Fall ist. Wertzuwächse erzielt man vor allem in und um Ballungsräume. Auf dem platten Land gab es in den letzten 10 Jahren reale Wertverluste. In meiner Gegend haben ETW's rund 20% verloren, freistehende EFH bis zu 10%. Bei Zwangsversteigerungen gehen Immobilien zur Hälfte des Verkehrswertes über den Tresen. In der Vermietung fährt man vielleicht 1 bis 2 Prozent Rendite ein - aber nur, wenn alles super gut läuft und man nicht auf Mietnomaden trifft. Vorher hat man Leerstand, weil es kaum Mietnachfrage gibt.

    Und wenn ich jetzt mal nach Ostdeutschland schaue, da ist gebietsweise vollkommen tote Hose. In einzelnen Metropolen geht noch was, die Fläche blutet komplett aus. Die Infrastuktur kann nicht mehr aufrecht erhalten werden. Immobilien werden wie auf einem Basar versteigert, für ein paar tausend Euro. Ein imenser Wertverlust.

    Kurzum: Wenn Sie nicht in bzw. im Einzugsgebiet eines Ballungsraumes Ihr Haus bauen/kaufen, würde ich nicht mit Wertsteigerungen kalkulieren. Recherchieren Sie doch mal die Mikro- und Makroökonomischen Rahmenbedingungen für Ihre Gegegend. Das könnte durchaus gute Hinweise auf die zukünfige wirtschaftliche Entwicklung geben. Ist die gut, dann haben Sie eine Chance, dass Ihre Immobilie keinen Wertverlust erleidet.

    Oder betrachten Sie den Kauf/Bau Ihrer Immobilie als Investition. Und versuchen Sie mal für verschiedene Szenarien unter Abwägung der Risiken eines Immobilienbesitzes eine Rendite zu ermitteln. Vielleicht wäre es lohnender, sich ein Haus zu mieten?!?!
     
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