Wohnriester und tatsächliche Gesamtkosten vs. Kredit

Dieses Thema im Forum "Riester-Rente" wurde erstellt von Riesteranzweifler, 10.10.2012.

  1. #1 Riesteranzweifler, 10.10.2012
    Riesteranzweifler

    Riesteranzweifler Gast

    Hallo Zusammen,

    ich versuche mir gerade die gesamten Wohn-Riesterkosten meines Vertrages auszurechnen und eine Gegenüberstellung zum normalen Kredit zu machen. Ziel ist eine Entscheidung zu fällen, ob ich meinen Wohnriester den ich vor einem knappen Jahr, recht blauäugig und unüberlegt, abgeschlossen habe, kündige oder mit ihm bis ins hohe Alter glücklich werde.

    Nun zu meiner Situation:
    Alter 31, verheiratet, ein Kind nach 2008

    Nun habe ich mir bei meiner Bank ein Angebot machen lassen, was passieren würde wenn ich sofort eine Immobilie zum Kaufen finden würde und sofort einen Kredit bräuchte. Der Riester-Vertrag ist ein 50.000€ Wohnriester. Nun würde es so ausschauen: Da mein Riester-Vertrag noch nicht zuteilungsreif ist, wird er bis zur Zuteilung über einen Zwischenkredit finanziert, bei dem ich nur die Zinsen zu zahlen habe, anschließend gibts dann den Riesterkredit und dann wird der abgezahlt. Zusammenfassend kann man sagen, dass ich die nächsten 9 Jahre eine monatlich Rückzahlung von 234€ hätte und anschließend bis Ende 2031 eine monatliche Rückzahlungsrate von 250€. Damit kommt ich dann genau auf eine 54.209€. Rechne ich dann noch die 3.700€ ein die ich bis jetzt schon eingezahlt habe, bin ich bei Gesamtkosten von ca. 58.200€.

    Mein Wohnförderkonto beläuft sich laut den Angaben der Bank im Renteneintritt auf 75.000€. Was heißt das für mich, und was für Kosten kommen dann auf mich zu? Denn so gesehen scheint mir das bis dahin, wenn man nur die Zinssätze vergleicht ein guter Deal zu sein: Ich bekomme 50.000€ und muss 58.200€ zurückzahlen. Im Gegensatz dazu würde ich bei einem normalen Kredit von 50.000€ bei 3% Zinsen und einer monatlichen Rückzahlungsrate von 250€ in 25 Jahren auf einen Gesamtbetrag von 75.000€ kommen.

    Wer kann mir sagen wo da der Haken ist?
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Nicht umsonst Bestseller!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 Unregistriert, 23.10.2012
    Unregistriert

    Unregistriert Gast

    Hallo,

    wer tatsächlich baut oder kauft, ist grundsätzlich mit einer WohnRiester-Finanzierung günstiger dran. Vor allem dann, wenn zumindest die Zulagen zusätzlich eingesetzt werden und nicht als Reduzierung der 'normalen' Rate dienen. Die evtl. Steuerbegünstigung lasse ich mal außen vor.

    Kosten entstehen in der Ansparphase keine, abgesehen von der Abschlussgebühr für den WohnRiester-Bausparvertrag. Die meisten Bausparkassen haben anschließend keine laufenden Kosten (z. B. Kontoführungsgebühren).

    Das geförderte Altersvorsorgevermögen muss dann im Alter versteuert werden. Dafür dient das sog. Wohnförderkonto, auf dem diese Beträg erfasst werden. Ab 1.1.2013 soll das Wohnförderkonto nicht mehr jährlich um 2% (= aktuell) sondern nur noch um 1% verzinst werden (den vorhanden Saldo erhöhen). Dadurch wird der Endsaldo etwas geringer ausfallen.

    Sollte der Saldo des Wohnförderkonto zum Renteneintritt z. B. 75.000 Euro betragen (kommt mir relativ hoch vor), so ist dieser Betrag zu versteuern. Hier gibt es die Möglichkeit die Gesamtsumme auf einmal zu versteuern und dafür einen Nachlass (= Reduzierung des Wohnförderkontos) von 30% zu bekommen. Zu versteuern, zu dem dann gültigen persönlichen Steuersatz wären dann 70% von 75.000 Euro, also 52.500 Euro. Bei einem angenommen Steuersatz im Rentenalter von 20% wären dies 10.500 Euro. Bisher ist dieser Nachlass nur zu Rentenbeginn möglich, ab 2013 - voraussichtlich - jederzeit. Wird eine monatliche Versteuerung gewählt, wird der Gesamtbetrag von 75.000 Euro bis zum 85 Lebensjahr verteilt; z. B. vom 61 - 85 LJ auf 25 Jahre.

    75.000 : 25 Jahre = 3.000 Euro p. A. zu versteuern. Bei einem angenommenen Steuersatz von 20% wären dies 600 Euro p. A. oder umgerechnet 50 Euro monatlich.
     
  4. #3 Unregistriert, 24.10.2012
    Unregistriert

    Unregistriert Gast

    Hallo,

    der Wohnriester hat gerade in der Tigung seine Stärke, wie Sie selber sehr gut ausgerechnet haben!
    Der Haken liegt daran, daß die Fungibilität einer Riester-Bude eher schwierig ist. Man muß selber drin wohnen/keine Untermiete!
    Sie dürfen also nicht einfach verkaufen, z.b. bei Jobwechsel/Ehescheidung/Diverses.
    Es seid enn Sie schaffen es, den "Förder-Fiktionswert" zu realisieren und diesen in einem anderen Riesterangebot unterzubringen; Zeit: 1Jahr! Sonst alle Förderung zurück, hurra Finanzamt!
    Wehe dem, der in einer Korrekturphase am Immomarkt schnell handeln muß...

    Es gibt übrigens auch die sog. Riester-Kombikredite. Also bitte nicht nur die Hausbank fokkusieren. Die Förderung gibt´s freilich nur einmal.

    Ihr Finanzierungsrahmen ist ziemlich klein. Also ich weiß nicht, wo sie wohnen, aber der Verbraucherschutz argumentiert immer: Mind. 40% Eigenkapital, besser 60%!

    Die Sofortbesteuerung bei Renteneintritt ist natürlich schon verlockend taxiert -> 1/3 Off quasi.
    Das ist machbar, wenn man rechtzeitig dafür spart. Aber was ist mit einer dann drohenden Gebäudesanierung? Oder Sie sind geldintensiv krank - viell. schon länger und haben den Job entspr. bereits dann einmal aufgeben müssen...Das sind so die haken beim Wohnriester.

    Ansonten durchaus transparent, die üblichen 1% an Gebühren, wie beim Bausparen. Angebote mit kodtenloser Kontoführung vertreten.


    Attention2All: Wenn Sie Arbeitgeberleistungen wie z.B. VL, AVWL in Ihren Riester rein- bzw. mitnehmen, bedeutet das, daß Sie zusätzlich KV/PV blechen müssen - ob das bis dahin nur 20% sind, bleibt arg zum Abwarten, meine Lieben! Für den Case reicht eine einzige Arbeitgeberleistung! Wenn Sie übertragen lassen, ist der neue Vertrag ebenfalls "verseucht"...
    Wenn Sie betroffen sind, reduzieren Sie den Vertag nach Mögl. auf das Minimum (Höhe der Vermögenswirksamen Leistung...) und starten nebenher einfach einen neuen "Privat"-Vertag mit ihren Wunschparametern. Felxibilität von Verträgen: Das ist auch ein wichtiger Punkt, der beim Abschluß oft leider übersehen wird!
     
  5. #4 Kasperek88, 06.03.2014
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 11.03.2014
    Kasperek88

    Kasperek88 Gast

    Natürlich kannst du aktuell Steuern sparen und Förderungen abgreifen. Ob es sich wirklich lohnt solltest Du dir allerdings genausten durchrechnen. Hab im Netz ein Tool gefunden, womit Du deine Steuerschuld gegenüber dem Staat berechnen kannst.
     
  6. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Nicht umsonst Bestseller!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
Thema: Wohnriester und tatsächliche Gesamtkosten vs. Kredit
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. wohnförderkonto 1

    ,
  2. wohnförderkonto verzinsung 1

    ,
  3. wohnförderkonto verzinsung 2013

    ,
  4. riester wohnförderkonto verzinsung 1,
  5. reduzierung wohnförderkonto,
  6. wohnförderkonto 2,
  7. wohnförderkonto 1 prozent,
  8. wohnförderkonto 1 verzinsung,
  9. verzinsung wohnförderkonto 1,
  10. kombikredite riester,
  11. wie funktioniert tilgung darlehen durch wohnriester,
  12. änderung wohnförderkonto,
  13. wohnförderkonto verzinsung 2013 1,
  14. riester rente wohnförderkonto änderung 1,
  15. wohnriester wohnförderkonto verzinsung 2013,
  16. 1 verzinsung wohnförderkonto,
  17. wohnriester riester rente,
  18. wohnriesteränderung 2013,
  19. versteueung wohnförderkonto änderung auf 1,
  20. Zinsen Wohnförderkonto,
  21. wohn riester änderung wohnförderkonto,
  22. aktuelle verzinsung wohnförderkonto,
  23. wohnförderkonto nicht öffnen,
  24. reduzierung verzinsung wohnförderkonto,
  25. wohnförderkonto 2 geringe zinsen
Die Seite wird geladen...

Wohnriester und tatsächliche Gesamtkosten vs. Kredit - Ähnliche Themen

  1. Wohnriester noch nicht flächendeckend bekannt

    Wohnriester noch nicht flächendeckend bekannt: Die LBS hat heute im Rahmen einer Pressemitteilung Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage bei 1.000 Bürgern im Alter von 18 bis 55 Jahren...
  2. Wie hoch sind die tatsächlichen die Bauzinsen in Deutschland?

    Wie hoch sind die tatsächlichen die Bauzinsen in Deutschland?: Hallo, ich habe bei 3 verschiedene Banken mit den selben Unterlagen für das gleiche Objekt nach einer Finanzierung angefragt. Dabei habe ich...